Das Pfund Sterling legte am Freitag um 0,20 % gegenüber dem Dollar zu, nachdem die US-Währung nach dem Erreichen von Jahreshochs nachgab. Die Geldmärkte neigen zu einer weniger restriktiven Federal Reserve, auch wenn Vertreter weiterhin den Fokus auf die Inflation betonen. GBP/USD notierte bei 1,3217 nach einem Tagestief von 1,3180; das Währungspaar steuerte damit auf ein Wochenminus von 0,15 % zu. Die britische Politik blieb nach dem Rücktritt von Premierminister Keir Starmer im Fokus; erwartet wird eine geordnete Übergabe an den siebten Regierungschef in zehn Jahren. Andy Burnham führt das Rennen an und ist der einzige offiziell erklärte Kandidat. Burnham erklärte am 14. Mai, er werde einen Parlamentssitz anstreben, um Starmer herauszufordern – ein Schritt, der das Pfund belastete und die Gilt-Renditen steigen ließ. Sein Team sagte später, er werde den fiskalischen Regeln von Schatzkanzlerin Rachel Reeves folgen.
Die Zinserwartungen an die Bank of England verschoben sich: Laut Prime Terminal preisen die Märkte für 2026 noch 21 Basispunkte an Straffung ein, gegenüber 33 Basispunkten vor einer Woche. In den USA verbesserte sich die Verbraucherstimmung der University of Michigan im Juni: Der Index stieg auf 49,5 nach 48,9 in der vorläufigen Schätzung und 44,8 im Mai. Die Inflationserwartungen auf ein Jahr blieben bei 4,6 %, während die Fünfjahreserwartungen von 3,4 % auf 3,3 % sanken. Der Dollar-Index fiel um 0,18 % auf 101,25. Der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, sagte, die Zinsen könnten aufgrund breit angelegter Inflation steigen müssen. Technisch gesehen blieb GBP/USD bei 1,3218 unter einem Cluster der 50-/100-/200-Tage-Linien um 1,3431; der RSI (14) lag nahe 38. Widerstände liegen bei 1,3431, 1,3454 und 1,3535, Unterstützungen bei 1,3218 und danach bei 1,3159.
Negativer Ausblick für Sterling angesichts politischer und geldpolitischer Unsicherheit
Angesichts der politischen Unsicherheit in Großbritannien und der verschobenen Erwartungen an die Bank of England sehen wir für GBP/USD in den kommenden Wochen den Weg des geringsten Widerstands nach unten. Das technische Bild stützt diese bärische Einschätzung, da das Paar unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten handelt. Strategien sollten daher auf eine mögliche weitere Pfund-Schwäche ausgerichtet werden.
Die Ruhe rund um den neuen Führungskandidaten Andy Burnham könnte nur vorübergehend sein, und wir bleiben vorsichtig. Ein Blick zurück auf das Marktchaos im September 2022 – als politische Fehlentscheidungen GBP/USD auf Rekordtiefs nahe 1,03 abstürzen ließen – verdeutlicht die potenziellen Risiken. Diese Erfahrung spricht dafür, dass bereits Anzeichen einer fiskalischen Lockerung deutliche Sterling-Verkäufe auslösen könnten.
Der Markt hat Zinserhöhungen der Bank of England aggressiv ausgepreist, wodurch eine wichtige Stütze für das Pfund wegfällt. Tatsächlich deuten aktuelle Daten aus dem Swap-Markt darauf hin, dass Händler bis Ende 2026 nur eine Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine einzelne Zinserhöhung um 25 Basispunkte sehen. Diese dovishe Neubewertung macht Sterling fundamental weniger attraktiv.
Strategische Überlegungen und zentrale Risikomarken für GBP/USD
Während der US-Dollar zuletzt nachgegeben hat, ist der anstehende Nonfarm-Payrolls-Bericht ein wesentliches Ereignisrisiko, das diesen Trend schnell drehen könnte. Nach dem starken Wert des Vormonats von über 270.000 neuen Stellen erwarten Ökonomen erneut einen soliden Zuwachs von rund 195.000 — was die weniger restriktive Marktsicht auf die Fed infrage stellen würde. Eine starke Zahl dürfte den Dollar nach oben treiben und den Rückgang von GBP/USD beschleunigen.
Für Derivatehändler macht dieses Umfeld den Kauf von GBP/USD-Put-Optionen zu einer attraktiven Strategie, um sich für einen Rückgang zu positionieren und gleichzeitig das Risiko zu begrenzen. Da die implizite Einmonatsvolatilität des Paares auf 9,2 % angezogen hat, preisen Optionen stärkere Bewegungen ein; wir würden Ausübungspreise ins Auge fassen, die auf das zentrale Unterstützungsniveau nahe 1,3159 zielen. Damit lässt sich von einer Abwärtsbewegung in den nächsten Wochen profitieren.
Zugleich muss das Risiko gemanagt werden, dass diese Einschätzung falsch ist; der wichtigste Widerstandsbereich liegt gebündelt um 1,3431. Ein klarer Ausbruch darüber würde signalisieren, dass der bärische Trend erschöpft ist und würde uns zwingen, Short-Positionen zu überdenken. In einem solchen Szenario könnten Call-Optionen eine Möglichkeit bieten, auf eine potenzielle Trendwende zu setzen.
Beginnen Sie jetzt mit dem Trading — klicken Sie hier, um Ihr echtes VT Markets-Konto zu erstellen.