Chinas fiskalische Ausgaben sind 2026 hinter dem Plan zurückgeblieben – trotz stärker als erwarteter Daten für das erste Quartal –, wobei sich die Dynamik im April und Mai abgeschwächt hat. Das breite Defizit – das den allgemeinen öffentlichen Haushalt sowie den staatlichen Fonds-Haushalt umfasst – lag in diesen beiden Monaten um 393 Mrd. CNY unter dem Vorjahreswert, während es im ersten Quartal um 258 Mrd. CNY darüber lag. Dieser Umschwung fiel mit einer Abkühlung der Aktivität zusammen, da die Fiskalausgaben zurückgenommen wurden.
In den ersten fünf Monaten 2026 stiegen die Ausgaben im allgemeinen öffentlichen Haushalt um 0,8% gegenüber dem Vorjahr, verglichen mit einem im Budget vorgesehenen Plus von 4,4%, während die Einnahmen um 4% zulegten – gegenüber einem geplanten Tempo von 2,2%. Die Ausgaben aus den staatlichen Fonds fielen um 4,3% gegenüber dem Vorjahr, belastet durch einen fast 20%igen Rückgang der Einnahmen, da die Landverkäufe weiter nachgaben. Der im März verabschiedete Haushalt lässt weiterhin eine Ausweitung des Defizits zu, und Prognosen deuten auf ein BIP-Wachstum im zweiten Quartal von unter 4,5% gegenüber dem Vorjahr hin; bei Fortsetzung der aktuellen Trends könnte das breite Defizit in den Monaten Juni bis Dezember das vergleichbare Ergebnis von 2025 um 1,7 Bio. CNY übersteigen.
Ausblick für Fiskalpolitik und Wirtschaftswachstum
Wir sehen, dass sich die Wachstumsdynamik in China im April und Mai abgeschwächt hat – teilweise, weil die Staatsausgaben deutlich unter dem Plan lagen. Nach einem starken ersten Quartal eröffnet diese Verlangsamung Chancen für Trader, die damit rechnen, dass die Regierung einschreiten wird. Entscheidend ist, dass der genehmigte Haushalt erheblichen Spielraum für zusätzliche Ausgaben bietet.
Die Regierung verfügt über die Kapazität, ihr Defizit im zweiten Halbjahr deutlich auszuweiten, um die Konjunktur zu stützen. Da das BIP-Wachstum im zweiten Quartal voraussichtlich unter die Zielmarke von 4,5% fallen wird, erwarten wir, dass die Behörden die Budgetausgaben beschleunigen, um die Binnennachfrage zu stärken. Das schafft in den kommenden Wochen einen klaren Kurstreiber, sobald Stimulusmaßnahmen angekündigt und umgesetzt werden.
Marktimplikationen und Anlagestrategien
Vor diesem Hintergrund positionieren wir uns für eine Rally bei Industriewerkstoffen, die direkt mit Infrastruktur und Bau verknüpft sind. Jüngste Daten, wonach der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China im Mai auf 49,5 gefallen ist, erhöhen den Druck auf Peking zusätzlich zu handeln – ein Muster, das in früheren Stimuluszyklen wie 2016 zu Preissprüngen bei Rohstoffen geführt hat. Daher erscheint der Kauf von Call-Optionen auf Kupfer- und Eisenerz-Futures für das dritte Quartal als eine sinnvolle Strategie.
Wir rechnen zudem mit einer Erholung chinesischer Aktien, die zuletzt hinterherhinkten. Der Shanghai Composite Index war in den vergangenen zwei Monaten weitgehend unverändert und spiegelt damit die schwache Stimmung wider, die ein Stimulus rasch drehen könnte. Wir prüfen Call-Optionen auf breit auf China ausgerichtete ETFs, um an einer potenziellen marktbreiten Rally zu partizipieren.
Schließlich dürfte dieser fiskalische Impuls den chinesischen Yuan stützen. Die Währung hat gegenüber dem US-Dollar nachgegeben, wobei der USD/CNH-Wechselkurs zuletzt um 7,28 pendelte. Wir gehen davon aus, dass höhere Staatsausgaben und ein verbessertes Konjunkturbild diesen Abwertungsdruck stoppen könnten – womit Put-Optionen auf das USD/CNH-Paar als attraktive Absicherung oder spekulative Position erscheinen.
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