Die indische Rupie dürfte am Montag fester gegenüber dem US-Dollar in den Handel starten, nachdem die heimischen Märkte am Freitag wegen Muharram geschlossen waren. USD/INR wird zum Handelsauftakt niedriger erwartet, da der Dollar in den vergangenen beiden Sitzungen nachgab – mit nachlassenden Inflationssorgen im Zuge schwächerer Ölpreise. Der US-Dollar-Index lag rund 0,25% im Minus bei etwa 101,20, nachdem er von einem Jahreshoch bei 101,80 zurückgekommen war, das am Mittwoch erreicht wurde. Der Ölpreis hat sich wieder in Richtung des Niveaus vor dem Nahostkrieg bewegt, nachdem sich die Durchflüsse durch die Straße von Hormus – ein Nadelöhr für fast 20% der globalen Energieversorgung – verbessert hatten, nachdem die USA und Iran ein Memorandum of Understanding geschlossen hatten.
Mit moderateren Energiekosten haben die Märkte ihre Erwartungen an eine straffere US-Geldpolitik zurückgeschraubt: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed in diesem Jahr mindestens zwei Zinserhöhungen liefert, ist auf 41,7% gefallen – von 50,2% in der Vorwoche. Für Indien, einen großen Ölimporteur, stützen fallende Rohölpreise typischerweise die Währung. Die Rupie reagiert zudem auf die Richtung des Dollars, ausländische Kapitalflüsse und Aktivitäten der Reserve Bank of India (RBI) am Devisenmarkt; die RBI-Politik zielt auf ein Inflationsziel von 4% ab. Zu den übergeordneten Treibern zählen Inflation, Zinsen, BIP-Wachstum, Handelsbilanz sowie FDI- und FII-Ströme. Höhere reale Zinsen und ein „Risk-on“-Umfeld wirken in der Regel unterstützend, während vergleichsweise hohe Inflation über Importkosten und ein größeres Währungsangebot belasten kann.
Verschiebung globaler Faktoren stützt Rupie
Angesichts der aktuellen Marktdynamik sehen wir die Chance, dass die indische Rupie gegenüber dem US-Dollar aufwertet. Der US-Dollar-Index (DXY) ist zuletzt von über 105,2 auf etwa 104,5 zurückgefallen und signalisiert damit eine breitere Schwäche der US-Währung. Dieser Trend deutet darauf hin, dass das Währungspaar USD/INR, das derzeit nahe 83,50 handelt, in den kommenden Wochen tendenziell weiter nachgeben dürfte.
Haupttreiber ist die Entspannung der globalen Inflationssorgen, sichtbar an den fallenden Ölpreisen. Brent ist auf nahezu 81 US-Dollar je Barrel gesunken – eine spürbare Entlastung für Indien, das über 85% seines Ölbedarfs importiert. Niedrigere Ölpreise reduzieren die Nachfrage indischer Importeure nach US-Dollar und stützen damit direkt eine stärkere Rupie.
Zudem haben sich die Erwartungen an die Fed-Politik verschoben: Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 65% für eine Zinssenkung bis September 2026 ein. Eine potenzielle Lockerung der US-Geldpolitik macht den Dollar weniger attraktiv. Historisch gingen dovishe Fed-Wenden – wie Ende 2023 – Phasen von Dollar-Schwäche und Stärke bei Währungen der Emerging Markets voraus.
Inländische Fundamentaldaten bleiben robust
Auf der heimischen Seite erscheinen Indiens Fundamentaldaten für die Rupie unterstützend. Jüngste Daten zeigen, dass ausländische Portfolioinvestoren (FPIs) in indischen Märkten netto Käufer waren; die Zuflüsse überstiegen im vergangenen Monat 3 Mrd. US-Dollar und signalisieren Vertrauen. Da Indiens jüngste Verbraucherpreisinflation stabil bei 4,7% liegt, kann die Reserve Bank of India ihre Leitzinsen beibehalten, was die Rupie für Carry-Trades attraktiv macht.
Vor diesem Hintergrund sollten wir uns auf einen Rückgang des USD/INR-Wechselkurses positionieren. Derivate-Strategien wie der Kauf von INR-Call-Optionen oder der Verkauf von USD/INR-Futures könnten sich als effektiv erweisen. Wir beobachten eine mögliche Bewegung in Richtung 83,10 in den kommenden Wochen, behalten dabei jedoch die anstehenden US-Inflationsdaten im Blick, falls sich die Stimmung dreht.
Beginnen Sie jetzt mit dem Trading — klicken Sie hier, um Ihr echtes VT Markets-Konto zu erstellen.