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Dollar gibt nach PCE-Daten nach, Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinsschritt im September sinkt unter 50 %

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Der US-Dollar-Index (DXY) verzeichnete seinen ersten Rücksetzer seit der FOMC-Sitzung vom 17. Juni und gab um 0,2% auf 101,43 nach, nachdem PCE-Daten Spekulationen befeuerten, wonach die US-Inflation im Mai ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Die Gesamt- und Kernrate der PCE-Inflation lagen im Jahresvergleich bei 4,1% bzw. 3,4% und damit im Rahmen der Erwartungen, aber weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed. An den Derivatemärkten taxiert die Futures-Bepreisung die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinsanhebung im September auf 47,5% – der erste Rückgang unter 50% seit der hawkischen Sitzung.

Der Blick richtet sich nun auf einen dicht gedrängten Terminkalender: Der ISM-Index „Prices Paid“ für das verarbeitende Gewerbe im Juni dürfte am 1. Juli von 82,1 im Mai auf 79 fallen, während die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) am 2. Juli voraussichtlich auf 115.000 nach 175.000 im Mai nachgeben. Die am 14. Juli anstehenden CPI-Daten werden daraufhin überprüft, wie stark niedrigere Ölpreise auf die Inflationsdynamik durchschlagen, während das Sintra-Forum der EZB die Erwartungen an eine geldpolitische Konvergenz prägen könnte. Das zentrale, durch die Marktpreise implizierte Basisszenario lautet, dass die Zinsen länger restriktiv bleiben – was die großen Währungen nach der USD-Rallye nach dem FOMC zur Konsolidierung anregen könnte.

Dollar gibt nach, Inflation zeigt Anzeichen eines Hochpunkts

Der US-Dollar-Index (DXY) kommt von seinen jüngsten Hochs etwas zurück und notiert derzeit um 105,8. Auslöser sind die jüngsten Daten zu den privaten Konsumausgaben (PCE), die eine Kerninflation von 2,8% ausweisen – ein Hinweis darauf, dass der Preisdruck seinen Höhepunkt erreichen könnte. Zwar liegt der Wert damit weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed, die Richtung ist jedoch eindeutig.

Am Terminmarkt wird für die Fed-Sitzung im September mittlerweile nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 40% für eine Zinserhöhung eingepreist – erstmals seit über einem Monat unterhalb einer „50:50“-Wahrscheinlichkeit. Im Fokus steht in der kommenden Woche der ISM-Bericht für das verarbeitende Gewerbe im Juni, der anhaltende Schwäche im Fabriksektor signalisieren dürfte. Der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, betonte zuletzt, die Arbeit bei der Inflationsbekämpfung sei noch nicht erledigt – das hält die Unsicherheit an den Märkten hoch.

Vorsicht ist zudem vor dem Nonfarm-Payrolls-Bericht geboten, der am 10. Juli veröffentlicht wird. Aktuell wird mit einer Abkühlung auf 160.000 neue Stellen gerechnet – ein spürbarer Rückgang gegenüber dem überraschend starken Mai-Wert von 210.000. Die Fed hat sich hinsichtlich ihres weiteren Kurses bewusst vage gehalten und betont, Entscheidungen würden vollständig von den eingehenden Daten abhängen.

Volatilität und geldpolitischer Ausblick sprechen für Handel in einer Spanne

Das Umfeld deutet darauf hin, dass die implizite Volatilität in Währungsoptionen – insbesondere beim Währungspaar EUR/USD – zu hoch sein könnte. Der Verkauf von Volatilität über Strategien wie Short-Strangles kann eine effektive Positionierung für eine Phase seitwärts gerichteten Handels sein. Historisch folgt auf eine starke gerichtete Bewegung – wie zuletzt beim Dollar – häufig eine Konsolidierung, während der Markt das neue makroökonomische Umfeld einpreist.

Der jüngste Rückgang des WTI-Ölpreises unter 75 US-Dollar je Barrel verschafft der Wirtschaft etwas Entlastung. Daraus leiten wir jedoch kein Signal ab, dass die Zentralbanken nun rasch zu Zinssenkungen übergehen. Vielmehr dürften niedrigere Energiekosten als Puffer dienen, der es erlaubt, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten, ohne die Konjunktur zu „brechen“.

Sollte die Europäische Zentralbank die Zinsen ebenfalls stabil halten und zugleich mit einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik ringen, würden sich die geldpolitischen Haltungen der großen Notenbanken stärker annähern. Damit nähmen die Argumente für eine anhaltend aggressive Dollar-Stärke ab. Eine Konsolidierungsphase in den wichtigsten Währungspaaren erscheint nun wahrscheinlicher als eine Fortsetzung der Dollar-Rallye.

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