Der UniCredit Bank Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in Österreich ist im Juni auf 50,9 Punkte von zuvor 51,7 gesunken und signalisierte damit ein langsameres Expansionstempo der Industrieproduktion. Der Wert blieb zwar über der 50-Punkte-Marke, die Wachstum von Schrumpfung trennt, doch der Rückgang gegenüber dem Vormonat deutet auf nachlassende Dynamik hin.
Das Juni-Ergebnis verlängert das Muster nur moderater Verbesserungen im Sektor; Produktion und Auftragseingänge dürften demnach weiter zunehmen, allerdings mit geringerer Geschwindigkeit. Mit dem leichten Rückgang des PMI wird ersichtlich, dass sich die Rahmenbedingungen für Österreichs Industrie zwar weiter stabilisieren, die Erholung jedoch fragil bleibt.
Breitere Schwäche der europäischen Industrie und defensive Strategien
Der Rückgang des österreichischen Industrie-PMI auf 50,9 – trotz weiterhin expansiver Zone – signalisiert einen klaren Verlust an Schwung. Wir werten dies als Warnzeichen, dass das Wachstum im Industriesektor ins Stocken gerät. Diese Verlangsamung sollte uns veranlassen, in den kommenden Wochen eine vorsichtigere und defensivere Positionierung einzunehmen.
Dieser Datenpunkt aus Österreich spiegelt einen breiteren Trend wider, den wir in ganz Europa beobachten. Der gestern veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Euroraum ist ebenfalls auf 50,5 gefallen, und die jüngsten deutschen Auftragseingänge in der Industrie wiesen im Vormonat überraschend einen Rückgang um 0,5% aus. Das Muster deutet auf eine synchronisierte Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivität in Europa hin.
Als Reaktion darauf wollen wir uns gegen einen möglichen Rücksetzer an den europäischen Aktienmärkten absichern. Wir werden Put-Optionen auf den ATX sowie auf weitere europäische Indizes mit hoher Industrieabhängigkeit kaufen. Historisch ging ein Rückgang des PMI um zwei Punkte innerhalb eines Quartals – wie wir ihn derzeit beobachten – häufig einer Marktkorrektur von 4 bis 6% voraus.
Implikationen für Währungen, Zentralbankpolitik und Anleihen
Diese konjunkturelle Eintrübung in Europa steht im Kontrast zur Robustheit der US-Wirtschaft, wo der jüngste Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) einen stärker als erwarteten Zuwachs von 210.000 Stellen auswies. Wir gehen davon aus, dass diese Divergenz Abwärtsdruck auf das Währungspaar EUR/USD ausüben wird. Wir werden Short-Positionen im Euro aufbauen, voraussichtlich über Futures-Kontrakte mit Laufzeit bis zum nächsten Quartal.
Zudem erwarten wir, dass schwächere Konjunkturdaten die Europäische Zentralbank zwingen werden, an einem dovishen Kurs festzuhalten. Der Markt preist derzeit nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen in diesem Jahr ein, und diese Daten untermauern diese Sicht. Wir werden Long-Positionen in Bund-Futures eingehen, da wir mit fallenden Renditen rechnen, sobald die Wachstumsrisiken zunehmen.
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