GBP/USD setzte seine leichte Erholung am Freitag in einer zweiten Sitzung fort und notierte im frühen europäischen Handel knapp über 1,3200. Der US-Dollar blieb schwach, nachdem er den Schub vom Donnerstag auf den höchsten Stand seit Mai 2025 nicht halten konnte, was das Währungspaar stützte – der Bewegung fehlte jedoch Anschlussdynamik.
Politische Unsicherheit in Großbritannien dämpfte die Nachfrage nach Sterling und begrenzte die Gewinne, während das übergeordnete Chartbild weiter Vorsicht signalisierte. Dass es dem Paar wiederholt nicht gelang, den 200-Perioden-SMA im Vier-Stunden-Chart zu überwinden, zusammen mit dem Bruch unter 1,3300 in dieser Woche, verstärkte den bärischen Druck nach dem Tief vom Mittwoch bei 1,3140 – dem niedrigsten Stand seit November. Die Momentum-Indikatoren zeigten ein gemischtes Bild: Der RSI lag bei 47, und der MACD wies eine Linie knapp oberhalb der Signallinie nahe der Nulllinie aus. Als Widerstand wurde der 200-Perioden-SMA bei 1,3384 genannt, während die mittleren 1,3100er als Zwischenboden beobachtet wurden.
Kurzfristiger GBP/USD-Ausblick bleibt bärisch
Wir sehen das GBP/USD-Paar zwar oberhalb von 1,3200, doch wirkt diese Stärke temporär und ist vor allem auf einen leichten Rücksetzer des US-Dollars zurückzuführen. Der dominierende Trend der vergangenen zwei Monate ist klar abwärtsgerichtet, und wir sehen nicht genügend Überzeugung, um dagegen anzukämpfen. Wir erwarten, dass diese Konsolidierung nur von kurzer Dauer ist – insbesondere angesichts der robusteren US-Konjunkturdaten.
Wir sehen von aggressiven bullischen Positionierungen im Pfund ab – wegen der politischen Instabilität im Vereinigten Königreich im Vorfeld einer möglichen Herbstwahl. Die jüngsten britischen BIP-Daten, die im ersten Quartal 2026 ein stagnierendes Wachstum von 0,1% zeigten, sprechen zusätzlich gegen Long-Positionen im Sterling. Diese Unsicherheit ist ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Währung.
Gleichzeitig bleibt die fundamentale Stärke des US-Dollars intakt und setzt jeder Erholung eine Obergrenze. Der jüngste Non-Farm-Payrolls-Bericht für Mai 2026 wies einen soliden Stellenaufbau von 210.000 aus und untermauerte damit die Haltung der US-Notenbank, die Zinsen zunächst unverändert zu lassen. Dieser Politikunterschied gegenüber einer potenziell zögerlichen Bank of England spricht weiterhin für den Dollar.
Handelsstrategie: Short-Positionen bevorzugt – trotz Risiken
Angesichts des jüngsten Scheiterns, den zentralen Widerstand um 1,3384 zu überwinden, betrachten wir Erholungen als Gelegenheit, Short-Positionen aufzubauen. Wir prüfen den Kauf von Put-Optionen mit Ausübungspreisen unterhalb von 1,3100, um uns für eine mögliche nächste Abwärtswelle zu positionieren. Diese Strategie bietet eine klare, risikodefinierte Möglichkeit, zu profitieren, falls der primäre Abwärtstrend wieder einsetzt.
Auch wenn einige Indikatoren auf schwaches Aufwärtsmomentum hindeuten, halten wir das Aufwärtspotenzial für klar begrenzt. Der Verkauf von Out-of-the-Money-Call-Optionen mit Ausübungspreisen nahe 1,3400 könnte eine praktikable Strategie sein, um Prämien zu vereinnahmen. Dieser Ansatz profitiert von unserer Einschätzung, dass politische und wirtschaftliche Gegenwinde in den kommenden Wochen eine bedeutende, nachhaltige Rally verhindern werden.
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