GBP/USD handelte am Freitag in der frühen europäischen Sitzung mit leichten Aufschlägen nahe 1,3200 und behielt damit in der zweiten Sitzung in Folge während der asiatischen Handelsstunden einen positiven Grundton bei, blieb jedoch unter dem Swing-Hoch des Vortags. Die Bewegung folgte einem weicheren Ton in den US-Inflationsdaten, der die Erwartungen an Zinserhöhungen durch die Federal Reserve dämpfte, nachdem der US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) weiterhin auf anhaltenden Inflationsdruck hindeutete. Ein Anfang des Monats unterzeichnetes Interims-Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran half, Rohöl wieder auf Vorkriegsniveaus zu drücken, und der US-Dollar gab von seinem höchsten Stand seit Mai 2025 nach, während Risiken durch einen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus die Nachfrage nach der Safe-Haven-Währung weiterhin stützten.
Die Performance des Pfund Sterling zu Beginn des Juni wurde trotz einer restriktiven Entscheidung der Bank of England (BoE) von politischer Unsicherheit im Vereinigten Königreich überlagert. Die BoE beließ den Leitzins am 18. Juni in einer 7:2-Abstimmung bei 3,75%, während die Dienstleistungsinflation nahe 3,7% lag. Dennoch rutschte GBP/USD um rund drei große Figuren von etwa 1,3450 auf ein Mehrmonatstief nahe 1,3150 ab, nachdem das Paar am Mittwoch Niveaus um die November-2025-Tiefs bei 1,3140 erreicht hatte, bevor es sich in der Nähe von 1,3200 stabilisierte. Keir Starmer trat am 22. Juni zurück; die Märkte richten ihren Blick nun auf Andy Burnham als wahrscheinlichen Nachfolger sowie auf die Frage, wer das Finanzministerium übernehmen würde — Rachel Reeves dürfte voraussichtlich ersetzt werden.
Pfund durch politische Turbulenzen und Volatilität belastet
Wir beobachten, wie das Pfund um die Marke von 1,3200 kämpft — eingeklemmt zwischen politischen Turbulenzen in Großbritannien und sich verändernden Erwartungen an US-Zinserhöhungen. Der Rücktritt von Keir Starmer hat ein Führungsvakuum geschaffen, das nun der mit Abstand wichtigste Treiber für Sterling ist. Dieses politische Risiko überlagert die restriktive Haltung der Bank of England vollständig, selbst wenn die jüngsten Daten des ONS zeigen, dass die britische Kerninflation mit 3,5% hartnäckig hoch bleibt.
Diese Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Derivatemarkt wider: Die einmonatige implizite Volatilität für GBP/USD ist auf über 12% gesprungen — ein Niveau, das seit den Wahl-Nervositäten 2024 nicht mehr gesehen wurde. Entsprechend erwarten wir, dass die Optionsprämien erhöht bleiben, was darauf hindeutet, dass Händler auf scharfe, unvorhersehbare Ausschläge vorbereitet sein sollten. Jegliche Schlagzeilen zu Andy Burnhams möglichen Kabinettsbesetzungen, insbesondere zum Posten des Schatzkanzlers, dürften deutliche Kursreaktionen auslösen.
Ein ähnliches, wenn auch deutlich extremeres Muster sahen wir während des Führungswettbewerbs 2022, der schließlich in eine fiskalische Krise und einen historischen Einbruch des Pfunds mündete. Auch wenn die aktuelle Lage weniger gravierend ist, erinnert sie daran, dass Märkte einen wahrgenommenen Mangel an klarer fiskalischer Ausrichtung bestrafen. Der entscheidende Unterschied heute: Die Oppositionspartei Reform UK liegt laut der jüngsten YouGov-Umfrage mit einem Rekordwert von 19% in den Umfragen — eine zusätzliche Komplexität für jede künftige Wahlarithmetik.
US-Dollar-Dynamik und Handelsstrategie
Auf der anderen Seite des Währungspaars gilt: Obwohl die jüngsten US-PCE-Daten für die Kerninflation weiterhin 2,8% auswiesen, reduziert der Markt die Wetten auf weitere Fed-Anhebungen. Fed-Funds-Futures signalisieren nun nur noch eine 30%-Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr, nach 65% vor einem Monat. Diese Dollar-Schwäche bietet GBP/USD einen fragilen Boden, doch jede neue geopolitische Eskalation — etwa im Zusammenhang mit dem Hormus-Vorfall — könnte diesen Trend leicht umkehren.
Vor diesem Hintergrund halten wir es für eine sinnvolle Strategie, Stärke im Pfund bei Rallys in Richtung 1,3300–1,3350 zu verkaufen, da politische Gegenwinde größere Aufwärtsbewegungen voraussichtlich begrenzen. Die jüngsten CFTC-Daten stützen diese Vorsicht: Spekulative Netto-Long-Positionen im Pfund wurden allein in der vergangenen Woche um nahezu 40% reduziert. Zur Risikobegrenzung erscheint der Einsatz von Optionen — etwa der Kauf von Puts oder das Aufsetzen von Put-Spreads — ratsam, bis ein neuer Premierminister und ein neuer Schatzkanzler bestätigt sind.
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