Der US-Dollar-Index (DXY) rutschte nach einem Test nahe 101,75 wieder in Richtung 101,45 ab – trotz einer Serie robuster US-Daten. Das BIP für das erste Quartal wurde auf annualisiert 2,1% nach oben revidiert (Konsens: 1,6%), während die privaten Ausgaben und die privaten Einkommen jeweils um 0,7% zulegten. Die Kernaufträge für Investitionsgüter stiegen um 1,6%, und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 215.000 gegenüber einer Schätzung von 225.000. Die Inflation zeigte jedoch keine Beschleunigung: Der Kern-PCE lag bei 0,3% im Monatsvergleich und 3,4% im Jahresvergleich, im Rahmen der Erwartungen – Händler reduzierten daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September.
Die Zinserwartungen bleiben von einer Federal Reserve geprägt, die nach dem Halten des Leitzinses bei 3,75% weiterhin gegen die Inflation arbeitet; die Märkte preisen bis Jahresende weiterhin mindestens einen zusätzlichen Zinsschritt ein. Die Ölpreise haben sich – gestützt durch den fortbestehenden US-Iran-Friedensrahmen – wieder in Richtung Vorkrisenniveau zurückgezogen, was den Inflationsimpuls dämpft. Charttechnisch bleibt der DXY über seinem 50- und 200-Perioden-EMA im oberen 99er-Bereich, der tägliche Stoch RSI liegt nahe 70; der Rücksetzer vom Donnerstag hielt sich oberhalb der Unterstützung um 101,30. Widerstand wird bei 101,75–101,80 gesehen, darüber bei 102,00; Unterstützungen liegen bei 101,00 sowie im oberen 99er-Bereich.
—Resilienz ohne Anschlusskäufe
Der US-Dollar-Index hatte in dieser Woche eigentlich allen Grund für eine Rally, konnte die Bewegung aber nicht fortsetzen. Selbst wenn die jüngsten Daten zeigen, dass die US-Wirtschaft widerstandsfähiger bleibt als die Europas, ist der DXY nahe dem Widerstand bei 105,50 ins Stocken geraten. Die Weigerung des Marktes, weiter nach oben zu schieben, ist das interessantere Signal als die Nachrichtenlage selbst.
Auf dem Papier sollte die anhaltende Stärke den Dollar stützen, nachdem das BIP-Wachstum für das erste Quartal 2026 leicht auf 1,8% nach oben revidiert wurde. Der jüngste Kern-PCE-Inflationswert kühlte jedoch auf 2,9% ab und nahm der Federal Reserve den unmittelbaren Druck, ihren Lockerungszyklus zu verschieben. Diese im Rahmen liegende Inflation war nicht die hawkishe Überraschung, die es für eine weitere Aufwärtswelle gebraucht hätte.
Das ändert nichts am übergeordneten Bild: Die Federal Reserve dürfte später in diesem Jahr die Zinsen vom aktuellen Niveau von 4,5% senken. Der Markt hat mindestens eine Senkung um 25 Basispunkte bis Jahresende bereits vollständig eingepreist – ein Narrativ, das die Dollarstärke seit Monaten deckelt. Für einen Ausbruch bräuchte es einen deutlichen Inflationsschock, der Händler dazu zwingt, diese Zinssenkungswetten zurückzunehmen.
Ein Markt, der trotz solider Wachstumsdaten nachgibt, signalisiert geringe bullishe Überzeugung. Wir sehen dies als Pause innerhalb einer breiten Konsolidierungsrange, nicht als Beginn eines neuen Abwärtstrends. Die dovishere Haltung der Europäischen Zentralbank bietet dem Dollar bei Rücksetzern weiterhin einen Boden.
—Optionen zur Navigation in der Handelsspanne
Wir halten dies für ein ungünstiges Umfeld, um neuen Hochs hinterherzulaufen – und für einen guten Zeitpunkt, den Verkauf von Out-of-the-Money-Call-Optionen auf den DXY oberhalb der Marke von 106,00 zu erwägen. Diese Derivatestrategie ermöglicht es, Prämien zu vereinnahmen, solange der Dollar in der Spanne bleibt. Anstiege in Richtung des 106,00-Strike bieten Gelegenheiten, diese Short-Call-Positionen auszubauen.
Eine erste Unterstützung liegt nahe dem 50-Tage-Durchschnitt um 104,80. Der nächste große Impulsgeber dürfte der anstehende US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) sein. Ein überraschend schwacher Stellenaufbau würde die Erwartungen an Zinssenkungen vermutlich beschleunigen und könnte den Auslöser für einen klaren Ausbruch nach unten liefern.
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