USD/CHF gab am Donnerstag im nordamerikanischen Handel um 0,34% nach, da die sechstägige Aufwärtsbewegung des US-Dollars an Schwung verlor und die US-Renditen fielen – trotz eines starken US-Core-PCE-Inflationswerts. Das Paar notierte nach dem Erreichen eines Jahreshochs (YTD) bei 0,8139 am Mittwoch unter 0,8100; die Kursbewegung deutet nun auf ein potenzielles Umkehrsignal hin.
Aus technischer Sicht hat die jüngste Rally ein „Tweezer-Top“-Muster ausgebildet, was auf das Risiko einer Korrektur in Richtung 0,8000 hindeutet. Das Momentum wird weiterhin als bullisch beschrieben, während der Relative-Stärke-Index (RSI) über 70 gestiegen ist; der anschließende Rücksetzer deutet darauf hin, dass Verkäufer an Einfluss gewinnen. Die erste Unterstützung liegt bei 0,8050 und danach bei 0,8000; fällt diese Zone, rückt 0,7910 in den Fokus, wo das Tagestief vom 17. Juni mit dem 200-Tage-SMA zusammenfällt. Widerstand wird bei 0,8100 gesehen; ein Anstieg zurück darüber würde 0,8139 ins Spiel bringen, anschließend 0,8200.
Technische Signale deuten auf kurzfristige Schwäche hin
Angesichts des nachlassenden Momentums in USD/CHF werten wir die „Tweezer-Top“-Formation als klares Signal für mögliche kurzfristige Schwäche. Dass es dem Paar nicht gelingt, Gewinne oberhalb von 0,8100 zu behaupten – selbst bei starken US-Inflationsdaten –, spricht dafür, dass die jüngste Rally ausgereizt ist. Dieses technische Setup bietet eine klare Gelegenheit für bärische Positionierungen in den kommenden Wochen.
Wir sind der Auffassung, dass Derivatehändler den Kauf von Put-Optionen mit Basispreisen auf oder unterhalb der Unterstützungsniveaus 0,8050 und 0,8000 in Erwägung ziehen sollten. Laufzeiten bis Juli 2026 und August 2026 würden ausreichend Zeit bieten, damit sich die erwartete Korrektur entfalten kann. Ein RSI, der von überkauften Niveaus oberhalb von 70 zurückläuft, unterstützt diesen kurzfristig bärischen Ausblick zusätzlich.
Marktdaten und historische Parallelen untermauern bärische Tendenz
Diese Einschätzung wird durch aktuelle Marktdaten gestützt. Obwohl der US-Core-PCE für Mai 2026 heute mit 3,1% über den Erwartungen veröffentlicht wurde, ist die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen überraschend auf 4,21% gefallen. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass die Märkte möglicherweise stärker über eine mögliche Abschwächung besorgt sind, was die Attraktivität des Dollars mindert.
Zudem liefern jüngste restriktive (hawkishe) Äußerungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Eindämmung der Inflation einen fundamentalen Grund für Stärke des Schweizer Franken. Für Anleger mit einer konservativeren Strategie könnte der Verkauf eines Bear-Call-Spreads mit einem Short-Strike oberhalb des Jahreshochs bei 0,8139 sinnvoll sein. Diese Strategie profitiert, wenn das Paar fällt, seitwärts läuft oder sogar leicht steigt – solange es unter diesem Schlüsselwiderstand bleibt.
Ein solches Muster war im USD/CHF bereits zu beobachten. Ein ähnliches Setup trat im vierten Quartal 2023 auf, als eine starke Rally zu einem überkauften RSI führte, gefolgt von einer deutlichen, mehrwöchigen Korrektur von über 4%. Die Historie legt nahe: Sobald das Momentum nach einem derart kräftigen Lauf dreht, kann der Rücksetzer schnell und ausgeprägt ausfallen.
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