Australiens Erwerbsquote lag im Mai bei 66,7 % und damit unter den Markterwartungen von 66,8 %. Der Wert deutet darauf hin, dass der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, der entweder beschäftigt ist oder aktiv Arbeit sucht, geringfügig niedriger ausfiel als prognostiziert.
Die Abweichung von 0,1 Prozentpunkten gegenüber dem Konsens ergänzt das Datenbild des Arbeitsmarkts für den Monat und könnte die Einschätzungen zur ungenutzten Kapazität beeinflussen. Gleichwohl bleibt die Erwerbsquote im historischen Vergleich erhöht, und die Lücke zu den Erwartungen war gering.
Dynamik am Arbeitsmarkt und Implikationen für die Zinsen
Die leicht unter den Erwartungen liegende Erwerbsquote im Mai spricht dafür, dass der australische Arbeitsmarkt an Schwung verlieren könnte. Zugleich passen sich die Zinsmärkte an: In der Bewertung der August-Sitzung der RBA ist inzwischen jede Chance auf eine Zinserhöhung vollständig ausgepreist. ASX-Futures auf den 30-Tage-Interbank-Cash-Rate signalisieren nun eine klare Tendenz, dass die Zinsen bis in das dritte Quartal hinein unverändert bleiben.
Diese Verschiebung der Zinserwartungen erhöht den Abwärtsdruck auf den Australischen Dollar. Der AUD tut sich schwer, Gewinne oberhalb von 0,6650 gegenüber dem US-Dollar zu verteidigen, und da die US-Notenbank Federal Reserve weiterhin vorsichtig agiert, dürfte das Zinsdifferenzial den US-Dollar begünstigen. Wir halten den Kauf von AUD/USD-Put-Optionen mit Laufzeiten im Juli und August für einen prudenten Weg, um sich für einen möglichen Rückgang in Richtung 0,6500 zu positionieren.
Vorsicht am Aktienmarkt und breitere makroökonomische Trends
Für den Aktienmarkt bedeutet diese Veröffentlichung einen zusätzlichen Vorsichtsfaktor. Zwar zeigte sich der ASX 200 bislang robust, doch ein nachlassender Arbeitsmarkt gilt als Frühindikator für geringere Konsumausgaben, was die Unternehmensgewinne später im Jahr belasten könnte. Wir nutzen dies als Gelegenheit, Schutz-Puts auf ETFs aus dem Banken- und Einzelhandelssektor zu erwerben, da diese am stärksten auf eine binnenwirtschaftliche Abschwächung reagieren.
Dieser einzelne Datenpunkt bestätigt einen breiteren Trend, den wir beobachten. Jüngste Zahlen zeigen, dass die realen Einzelhandelsumsätze zwei Quartale in Folge stagnierten, und der jüngste Quartals-CPI ist zwar niedriger, bleibt mit 3,8 % jedoch hartnäckig. Historisch – etwa im Vorfeld von 2019 – ging eine Kombination aus nachlassendem Arbeitsmarkt und sinkendem Wachstum häufig RBA-Lockerungen und erhöhter Marktvolatilität voraus.
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