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GBP/USD rutscht ab: Falkenhafte Fed stärkt den Dollar, BoE-Zurückhaltung und britische Politik belasten das Pfund

by VT Markets
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Jun 26, 2026

GBP/USD legte am Mittwoch den Rückwärtsgang ein und rutschte bis knapp unter 1,3150, bevor sich das Paar zum Handelsschluss leicht vom Tagestief lösen konnte. Das Währungspaar bleibt unter Dollar-Druck, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve einen restriktiveren Ton angeschlagen hat, während Impulse aus Großbritannien kaum Gegengewicht liefern. Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass der Kurs sowohl unter den 50-Tage-EMA als auch unter den 200-Tage-EMA gefallen ist. Beide Durchschnitte sind um 1,3400 konvergiert und fungieren nun als Widerstand – rund 225 Pips oberhalb des aktuellen Niveaus. Da der Stoch RSI im mittleren Bereich liegt, besteht charttechnisch Spielraum für weitere Abgaben, bevor sich überdehnte Bedingungen abzeichnen. Nennenswerte Unterstützung ist vor 1,3000 kaum erkennbar.

Die britische Geldpolitik bietet nur begrenzte Unterstützung. Die Bank of England (BoE) ließ den Leitzins („Bank Rate“) in der vergangenen Woche unverändert; zwei von neun Ratsmitgliedern stimmten für eine Zinserhöhung. Die nächste Entscheidung wird Ende Juli erwartet. Zugleich hat die politische Unsicherheit nach dem Rücktritt Keir Starmers zugenommen: Eine Übergangsregierung führt die Geschäfte, während Labour einen Führungswettbewerb austrägt, der sich voraussichtlich über den Sommer hinzieht; das Parlament kehrt im September zurück. Der wichtigste Datenpunkt der Woche ist am Donnerstag die US-Kern-PCE-Veröffentlichung um 12:30 GMT; erwartet werden 0,3% gegenüber dem Vormonat und 3,4% gegenüber dem Vorjahr – beides leicht über dem Vormonat. Als kurzfristige Marken werden Widerstände bei 1,3200 und 1,3400 sowie Unterstützungen bei 1,3150, 1,3100 und 1,3000 genannt.

Technische und fundamentale Treiber der GBP/USD-Schwäche

Angesichts der ausbleibenden Erholung des Pfunds sehen wir den Weg des geringsten Widerstands für GBP/USD in den kommenden Wochen weiter nach unten. Das Paar tut sich schwer, sich oberhalb von 1,3150 zu behaupten – belastet durch einen US-Dollar, der von der klaren Haltung der Federal Reserve im Kampf gegen die Inflation profitiert. Selbst kleine Erholungsversuche des Pfunds stoßen auf Verkaufsdruck.

Das technische Setup im Tageschart untermauert diese bärische Einschätzung. Der Kurs ist klar unter den 50- und 200-Tage-Durchschnitt gefallen, die nun gebündelt als markanter Widerstandsbereich um 1,3400 verlaufen. Da die Momentum-Indikatoren noch nicht im überverkauften Bereich liegen, sehen wir erheblichen Spielraum für eine Bewegung in Richtung der psychologisch wichtigen 1,3000-Marke.

Gestützt wird dieses Bild durch die jüngsten US-Inflationsdaten. Der Kernindex der privaten Konsumausgaben (Core PCE) für Mai lag im Jahresvergleich bei plus 3,2% und liefert der Federal Reserve kaum Anlass, kurzfristig über eine Lockerung nachzudenken. Entsprechend preisen Fed-Funds-Futures inzwischen weniger als 40% Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung vor Jahresende ein – was den Dollar gut unterstützt.

Demgegenüber bietet die Lage in Großbritannien wenig Rückenwind für Sterling. Trotz unveränderter BoE-Zinsen und einzelner Stimmen für eine Anhebung hat die Währung nachgegeben. Ein Grund: Die jüngsten Daten zeigten, dass die britische Gesamtinflation auf 2,3% zurückgefallen ist und damit den Handlungsdruck auf die BoE verringert – weniger aggressiv, als es der Markt zuvor teilweise erwartet hatte.

Marktpositionierung und politische Unsicherheit

Aus Derivate-Sicht spricht diese Divergenz für Strategien, die auf einen tieferen GBP/USD abzielen. Laut dem jüngsten Commitment-of-Traders-Report haben spekulative Akteure am Futures-Markt ihre Netto-Short-Positionen im Pfund ausgeweitet. Das deutet darauf hin, dass der Kauf von Put-Optionen zur Absicherung gegen einen Rutsch unter 1,3100 oder Verkäufe in Erholungen in Richtung 1,3200 dem vorherrschenden Sentiment entsprechen.

Der laufende Führungswettbewerb bei Labour fügt eine weitere Unsicherheitsebene hinzu, die auf dem Pfund lastet. Dieses politische Vakuum in Westminster bedeutet, dass über den Sommer keine starke Hand die Wirtschaftspolitik steuert – Sterling bleibt damit anfällig. Für uns macht diese Kombination aus starkem Dollar, schwachem technischem Bild und UK-spezifischer Unsicherheit es derzeit schwer, für eine nachhaltige Sterling-Stärke zu argumentieren.

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