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US-Renditen geben nach und WTI fällt, da die Straße von Hormus wieder geöffnet ist – Inflationssorgen lassen nach, Dollar-Index legt zu

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben am Mittwoch über die gesamte Kurve nach, nachdem die Straße von Hormus wieder geöffnet wurde und damit Inflationssorgen über sinkende Ölpreise nachließen. Der US-Dollar-Index (DXY) stieg um mehr als 0,22% auf 101,62, während West Texas Intermediate (WTI) um 4% auf etwa 70,00 US-Dollar je Barrel fiel.

Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sank um fast 10 Basispunkte und fiel um 2% auf 4,40%. Auch die Inflationserwartungen kühlten ab: Die 5- und 10-jährigen Breakeven-Raten lagen bei 2,24% bzw. 2,21%, nachdem sie Mitte April bei 2,72% bzw. 2,5% ihren Höchststand erreicht hatten. Die Renditen waren in der vergangenen Woche gestiegen, da Risiken von Lieferunterbrechungen und ein restriktiverer Ton der US-Notenbank (Fed) die Erwartungen in Richtung höherer Zinsen später in diesem Jahr verschoben hatten. Für die Sitzung am 29. Juli preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 60% für keine Änderung der Geldpolitik ein, neben einer 40%igen Chance auf eine Anhebung des Fed Funds Rate. Der Fokus richtet sich nun auf den Kern-PCE-Preisindex, das BIP für Q1 2026, die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Marktreaktionen auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus

Mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus sehen wir einen deutlichen Rückgang der Ölpreise: WTI-Rohöl fiel auf rund 70 US-Dollar je Barrel. Das hat die Inflationsängste unmittelbar gedämpft und die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries in Richtung 4,40% gedrückt. Das ist ein klares Signal, dass die Nervosität des Marktes vor einem Inflationsschub im Sommer rasch nachlässt.

Diese Verschiebung hat unseren Blick auf den nächsten Schritt der Federal Reserve verändert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen auf ihrer Sitzung am 29. Juli unverändert lässt, hat sich laut den jüngsten Daten des CME-FedWatch-Tools nun auf rund 70% verfestigt. Unserer Einschätzung nach liefert der jüngste Kern-PCE-Wert, der mit moderateren 2,6% im Jahresvergleich ausfiel, den Notenbankern mehr als genug Argumente, zunächst abzuwarten.

Implikationen für Trader und Anlagestrategien

Für Optionshändler deutet dieses Umfeld auf eine geringere Marktvolatilität hin. Der VIX-Index ist bereits unter 15 gefallen und spiegelt damit eine sinkende Risikoaversion wider. In diesem ruhigen Umfeld sollten Strategien in Betracht gezogen werden, die von der Vereinnahmung von Prämien profitieren, etwa der Verkauf von Optionen über Covered Calls oder Cash-Secured Puts auf stabile Large-Cap-Titel.

An den Zinsmärkten passen wir unsere Positionierung an eine weniger aggressive Fed an. Wir sehen Chancen in Treasury-Note-Futures, da wir erwarten, dass die Renditen in den kommenden Wochen tendenziell weiter nachgeben könnten. Historisch verschaffen positive Angebotsschocks wie dieser der Zentralbank Spielraum für Geduld, was die Zinsen deckeln dürfte.

Trotz fallender Renditen zeigt sich der US-Dollar-Index überraschend robust und steigt über 101,60. Das dürfte vor allem an zunehmender Schwäche anderer wichtiger Währungen liegen, nachdem sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of Japan zuletzt einen dovisheren Kurs signalisiert haben. Entsprechend ist Vorsicht bei Wetten gegen den Dollar angebracht; zudem könnten sich Optionsstrategien auf Währungspaare wie EUR/USD anbieten, um diese Divergenz zu spielen.

Bei Rohöl-Derivaten ist der unmittelbare Druck klar abwärtsgerichtet. Die Entspannung in der Hormus-Lage hat eine wesentliche Angebotsrisikoprämie aus dem Markt genommen. Wir erwarten, dass es WTI kurzfristig schwerfallen wird, wieder deutlich höhere Niveaus zu erreichen. Damit erscheinen kurzfristig bärische oder neutrale Ansätze wie Bear-Call-Spreads als praktikable Strategie.

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