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Gold fällt unter 4.000 US-Dollar, da der Dollar ein 13‑Monatshoch erreicht und die Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung zunehmen

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Gold (XAU/USD) rutschte am Mittwoch im nordamerikanischen Handel um mehr als 3% ab, fiel auf 3.986 US-Dollar und damit erstmals seit November 2025 unter die Marke von 4.000 US-Dollar, da die breite Stärke des US-Dollar niedrigere Renditen von US-Staatsanleihen und schwächeres Öl überlagerte. Hintergrund waren Spekulationen, eine Wiederöffnung der Straße von Hormus könnte den Inflationsdruck mindern. Der US-Dollar-Index (DXY) erreichte ein 13-Monats-Hoch bei 101,80 und lag mit 101,56 um 0,19% im Plus, obwohl die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries um fast neun Basispunkte auf 4,410% fiel. Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 3,40% auf 70,55 US-Dollar je Barrel nach; als Auslöser wurden Gespräche zwischen den USA und dem Iran genannt, wenngleich die Aussagen zu Inspektionen von Teherans Nuklearanlagen uneinheitlich ausfielen. Projektionen der US-Notenbank zeigten, dass acht von 19 Teilnehmern gegen Ende 2026 eine Zinserhöhung einplanen, während die Mehrheit unveränderte Zinsen signalisiert; Prime Terminal bezifferte die Wahrscheinlichkeit für das nächste Meeting auf 60% für keine Änderung gegenüber 40% für eine Anhebung, und für Dezember auf 82%, wobei 20 Basispunkte Straffung eingepreist sind.

Technisch beschleunigte sich der Rückgang des Edelmetalls, nachdem es den 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.473 US-Dollar unterschritten und im Bereich um 4.400 US-Dollar erneut gescheitert war, während der Relative-Stärke-Index (RSI) in den überverkauften Bereich fiel, jedoch über der Marke von 20 blieb. Unterhalb von 3.950 US-Dollar liegt Unterstützung bei 3.900 US-Dollar, danach bei 3.886 US-Dollar (Swing-Hoch vom 28. Oktober 2025) und als Nächstes bei 3.500 US-Dollar, dem Tageshoch vom 22. April 2025, das zur Unterstützung geworden ist. Auf der Oberseite bräuchte eine Erholung 4.000 US-Dollar und anschließend 4.098 US-Dollar, das Tagestief vom 23. März. Separat meldete der World Gold Council, dass Zentralbanken 2022 insgesamt 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Mrd. US-Dollar hinzugekauft haben; der anstehende US-Datenkalender umfasst zudem Core PCE, das BIP für das erste Quartal 2026, Auftragseingänge langlebiger Güter sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Dollarstärke und Fed-Erwartungen treiben den Abwärtspfad

Angesichts des heutigen scharfen Bruchs unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar sehen wir den Weg des geringsten Widerstands für Gold kurzfristig weiter nach unten. Der wichtigste Treiber ist der US-Dollar, der auf ein 13-Monats-Hoch gestiegen ist und Gold damit für ausländische Käufer verteuert. Diese Dollarestärke überlagert die sonst übliche Unterstützung, die Gold von fallenden Treasury-Renditen erhält.

Im Fokus stehen die Erwartungen an die Federal Reserve. Da der Derivatemarkt eine Wahrscheinlichkeit von 82% für eine Zinserhöhung bis Dezember einpreist, sehen sich bullische Gold-Positionierungen einem deutlichen Gegenwind ausgesetzt. Wir halten es für eine mögliche Strategie, Call-Optionen mit Ausübungspreisen oberhalb des früheren Unterstützungsniveaus von 4.400 US-Dollar zu verkaufen, um Prämien zu vereinnahmen. Diese Einschätzung wird durch das FedWatch-Tool der CME gestützt, das zeigt, dass die Überzeugung hinsichtlich weiterer Straffung trotz des Rückgangs der Ölpreise hoch bleibt.

Inflationsdaten und taktische Positionierung

Der anstehende Core-PCE-Inflationsbericht ist nun der wichtigste Datenpunkt für die kommenden Wochen. Wir weisen darauf hin, dass die jüngsten CFTC-Daten zeigen: Große Spekulanten haben ihre Netto-Long-Positionen in Gold bereits auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr reduziert. Ein Inflationswert oberhalb der Konsensprognose von 3,0% dürfte eine weitere Verkaufswelle auslösen und den restriktiven Kurs der Fed bestätigen.

Da der Relative-Stärke-Index (RSI) zwar im überverkauften Bereich liegt, aber noch nicht auf Extremniveaus, besteht weiterhin Raum für zusätzliche Abwärtsbewegung. Wir betrachten die Marke von 3.900 US-Dollar als nächstes naheliegendes Ziel im Einklang mit historischer Unterstützung. Entsprechend bietet der Kauf von Put-Optionen mit Ausübungspreisen um 3.950 oder 3.900 US-Dollar eine Möglichkeit, sich mit klar begrenztem Risiko auf diese anhaltende Schwäche zu positionieren.

Das aktuelle Marktumfeld erinnert an die Phase 2022–2023, als aggressive Fed-Straffung und ein starker Dollar die Goldpreise deutlich deckelten. Die Entspannung der Spannungen in der Straße von Hormus hat vorübergehend eine wichtige Stütze für Gold entfernt, dennoch ist Vorsicht geboten. Händler mit Short-Positionen könnten erwägen, günstige, weit aus dem Geld liegende Call-Optionen als Absicherung gegen ein plötzliches geopolitisches Aufflammen zu kaufen.

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