Das Pfund geriet unter Druck, nachdem Großbritanniens Premierminister Keir Starmer angekündigt hatte, als Labour-Chef und Premier zurückzutreten, und GBP/JPY am Mittwoch in Richtung 213,00 drückte. Der Schritt brachte neue Unsicherheit in den britischen politischen Ausblick; die Nominierungen für den Labour-Vorsitz sollen am 9. Juli beginnen. GBP/USD gab im frühen europäischen Handel ebenfalls nach und rutschte auf etwa 1,3195, da das Pfund angesichts der Instabilität schwächer tendierte.
Im breiteren Handel notierte GBP/USD während der asiatischen Stunden nahe 1,3200, da der US-Dollar durch robuste US-Konjunkturdaten in einem zugleich komplexen geopolitischen Umfeld Unterstützung fand. Der Fokus richtete sich anschließend auf die nächste wichtige US-Veröffentlichung: Am Donnerstag steht der PCE-Preisindex für Mai an. FXStreet führte den Ton der Sitzung auf Vorsicht zurück, die den Dollar begünstigte und Sterling defensiv hielt.
Politische Unsicherheit und höhere Volatilität im Pfund
Der überraschende Rücktritt des Premierministers sorgt für erhebliche Unsicherheit in der britischen Politik. Wir erwarten, dass dies die implizite Volatilität in Sterling-Währungspaaren in den kommenden Wochen nach oben treiben wird. Derivatehändler sollten Strategien in Erwägung ziehen, die von stärkeren Kursschwankungen profitieren, etwa den Kauf von Straddles oder Strangles auf GBP/USD.
Ein solches Muster war bereits zu beobachten, insbesondere während der Führungsquerelen im September 2022, als der Cboe Sterling Volatility Index (BPVIX) in kurzer Zeit um mehr als 50 % sprang. Ein ähnlicher Ausschlag ist nun durchaus möglich, während der Markt diesen Schock verarbeitet und auf die Labour-Führungsnominierungen am 9. Juli wartet. Das spricht dafür, Volatilität zu kaufen – auch auf erhöhten Niveaus könnte dies ein sinnvoller Schritt sein.
Abwärtsrisiken für Sterling und Stärke des US-Dollars
Angesichts des politischen Vakuums ist unsere Einschätzung für Sterling gegenüber dem US-Dollar eher negativ. Wir empfehlen den Kauf von GBP/USD-Put-Optionen, um von weiterer Schwäche zu profitieren und zugleich das Risiko zu begrenzen. Diese Sicht wird durch die schwierige Lage der Bank of England gestützt: Erst jüngst ist die Inflation nach einem langen Kampf wieder auf das 2%-Ziel zurückgekehrt.
Die US-Daten zu den privaten Konsumausgaben (PCE) in dieser Woche werden ein entscheidender Katalysator sein. Jüngste Zahlen des Bureau of Economic Analysis zeigten, dass der Kern-PCE zäh geblieben ist und bei rund 2,8 % im Jahresvergleich verharrt. Ein weiterer starker Wert würde den US-Dollar stützen und könnte GBP/USD ohne Weiteres in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 1,3000 drücken.
Zudem sind wir beim Cross GBP/JPY zunehmend vorsichtig, da es sehr empfindlich auf Veränderungen der globalen Risikostimmung reagiert. Die politische Instabilität in Großbritannien steht im Kontrast zum langsamen, aber stetigen Kurs der Bank of Japan in Richtung geldpolitischer Normalisierung. Diese Politikdivergenz macht es attraktiv, Erholungen im Paar zum Verkauf zu nutzen.
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