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Schnabel stellt weitere EZB-Zinserhöhungen in Aussicht, da die Inflation anhält – Märkte stellen sich auf anhaltende Straffung ein

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, erklärte, dass weitere Zinserhöhungen weiterhin erforderlich seien, um die Inflation auf das EZB-Ziel von 2 % zurückzuführen. Ein Waffenstillstand, so Schnabel, wäre kein Signal, die Wachsamkeit zu verringern; zudem seien die Leitzinsen noch nicht restriktiv. Zeitpunkt und Umfang weiterer Schritte hingen von der Entwicklung von Krieg, Inflation und Wachstum ab, während sich die Wirtschaft bislang relativ widerstandsfähig zeige.

Auch Marktbeobachtungsinstrumente deuteten auf einen härteren Kurs hin. Der FXS Speech Tracker gab Schnabel einen Wert von 8,6 gegenüber einem historischen Wert von 7,1 und signalisiert damit eine Verschiebung hin zu einer deutlich falkenhafteren Kommunikation. Die Aussagen hielten die Erwartungen an eine Fortsetzung der Straffung aufrecht: Der Verweis auf die Widerstandsfähigkeit stützte den Spielraum für weitere Anhebungen, während die Bemerkung zum Waffenstillstand Inflationsrisiken als anhaltend einordnete.

Zinspfad und FX-Implikationen

Unsere Einschätzung ist, dass weitere Zinsschritte nötig sind, um die Inflation auf das 2%-Ziel zu bringen. Da die jüngsten Kerninflationsdaten für die Eurozone (Mai 2026) mit 3,1 % hartnäckig hoch geblieben sind, ist der Pfad für die Leitzinsen klar nach oben gerichtet. Wir glauben, dass der Markt die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank weiterhin unterschätzt.

Angesichts der expliziten Unterstützung für den Euro sollten wir den Kauf von EUR/USD-Call-Optionen in Betracht ziehen, um von einer erwarteten Aufwertung der Gemeinschaftswährung zu profitieren. Das Währungspaar hat Stärke gezeigt, indem es zuletzt die Marke von 1,10 testete, was einen soliden technischen Boden für bullische Positionierungen bietet. Diese Strategie ermöglicht ein klar definiertes Risiko und partizipiert zugleich am Aufwärtspotenzial einer aggressiveren Notenbankpolitik.

Marktstrategien im Straffungszyklus

Wir sehen die europäische Wirtschaft als ausreichend robust, um weitere Straffungen zu verkraften – zumal das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026 mit 0,4 % solide ausfiel. Das spricht für eine Positionierung auf höhere kurzfristige Zinsen über Euribor-Futures. Der Terminmarkt preist bis zum Herbst mindestens zwei weitere Zinsschritte ein, was wir als Basisszenario betrachten.

Historisch führen entschlossene Anhebungszyklen wie der aktuelle häufig zu höherer Zinsvolatilität und einer Abflachung der Zinskurve. Wir sollten Trades prüfen, die von einer Einengung des Spreads zwischen zwei- und zehnjährigen Renditen profitieren. Long-Volatilitäts-Positionen über Optionen auf Bond-Futures könnten sich ebenfalls auszahlen, während der Markt Zeitpunkt und Umfang künftiger Zinsschritte verarbeitet.

Höhere Zinsen wirken als Gegenwind für Aktien, daher sollten wir unseren Portfolios Abwärtsschutz hinzufügen. Wir sehen Wert im Kauf von Put-Optionen auf breite Indizes wie den Euro Stoxx 50. Das ist eine umsichtige Absicherung gegen das Risiko, dass höhere Finanzierungskosten in den kommenden Wochen stärker auf Unternehmensgewinne und Marktstimmung drücken.

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