USD/CAD stieg auf den höchsten Stand seit April 2025, gestützt von einem festeren US-Dollar und nachgebenden Ölpreisen, die den kanadischen Dollar belasteten. Das Währungspaar notierte nahe 1,4235, während der US-Dollar-Index (DXY) bei etwa 101,64 lag – zuletzt im Mai 2025 auf diesem Niveau. Auch die Zinserwartungen drifteten auseinander: Die Märkte tendieren zu einer möglichen Straffung durch die US-Notenbank (Fed) im weiteren Jahresverlauf, während die Bank of Canada an einem stabilen geldpolitischen Kurs festhielt – ein Faktor, der das Cross stützte.
Der Rückgang beim Öl erhöhte den Druck auf den CAD, nachdem die Straße von Hormus nach einem 60-tägigen Memorandum of Understanding schrittweise wieder geöffnet wurde und damit ein Großteil der kriegsbedingten US-Iran-Aufschläge abgebaut wurde. West Texas Intermediate (WTI) notierte um 70,35 US-Dollar und damit so tief wie seit Anfang März nicht mehr. Charttechnisch blieb USD/CAD oberhalb der 50-, 100- und 200-Tage-SMAs, die zwischen 1,3769 und 1,3830 gebündelt lagen; der MACD blieb positiv, doch der RSI bei 88 signalisierte extrem überkaufte Bedingungen. Als Unterstützungen wurden 1,4110, danach 1,4000 sowie 1,3830–1,3770 genannt, Widerstand liegt bei 1,4300.
Fundamentale Treiber und geldpolitische Divergenz
Auf Basis der aktuellen Lage vom 24. Juni 2026 bleibt das fundamentale Argument für einen höheren USD/CAD klar intakt. Den Haupttreiber sehen wir in der geldpolitischen Divergenz zwischen einer restriktiv ausgerichteten Fed und einer abwartenden Bank of Canada. Die jüngsten US-Inflationsdaten für Mai mit 3,1% untermauern die Entschlossenheit der Fed, an einem straffen Kurs festzuhalten, was den US-Dollar stützt.
Der kanadische Dollar bleibt unter Druck durch fallende Rohölpreise, wobei WTI inzwischen Mühe hat, die Marke von 70 US-Dollar je Barrel zu halten. Hinzu kommt Kanadas eigene Inflationsrate, die im vergangenen Monat auf 2,2% nachgab – damit besteht für die Bank of Canada wenig Anlass, vom aktuellen Kurs abzuweichen. Diese Faktoren sprechen für einen weiterhin aufwärtsgerichteten „Pfad des geringsten Widerstands“ beim Währungspaar.
Derivate-Strategie und technische Erwägungen
Für unsere Derivate-Strategie wollen wir USD/CAD-Call-Optionen kaufen, um von einer erwarteten Fortsetzung des Aufwärtstrends zu profitieren. Allerdings ist der Einstieg in neue Long-Positionen bei einem extrem überkauften Relative-Stärke-Index (RSI) von 88 derzeit risikoreich. Wir sollten auf einen temporären Rücksetzer warten, um einen günstigeren Einstiegszeitpunkt zu finden.
Wir zielen auf den Bereich um 1,4110 oder sogar auf die psychologisch wichtige Marke von 1,4000, um 30- bis 60-Tage-Call-Optionen aufzubauen. Ein Rückgang bis zu diesen Unterstützungen würde die überkaufte Lage entspannen und ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten. Dieser geduldige Ansatz ermöglicht es, dem dominierenden Trend zu folgen, ohne dem aktuellen Rallye-Hoch hinterherzulaufen.
Historisch haben Phasen ausgeprägter geldpolitischer Divergenz – etwa 2015 – USD/CAD deutlich nach oben getrieben, waren jedoch stets von scharfen kurzfristigen Korrekturen begleitet. So stieg das Paar Ende 2015 beispielsweise von 1,38 auf über 1,46, verzeichnete auf dem Weg dorthin jedoch mehrere Rücksetzer von 200 bis 300 Pips. Dieses Muster stützt unsere Strategie, mögliche kommende Schwächephasen als Kaufgelegenheit zu betrachten.
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