Der Schweizer Franken fiel auf den schwächsten Stand seit mehr als zehn Monaten, nachdem der US-Dollar angesichts der Erwartungen fester tendierte, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Geldpolitik möglicherweise doch weiter strafft. USD/CHF notierte um 0,8126 und setzte damit eine sechstägige Rally fort, während der Greenback auf den höchsten Stand seit Mai 2025 kletterte. Auslöser war das „hawkish hold“ der Fed in der vergangenen Woche: Die meisten Währungshüter signalisierten, dass zur Eindämmung inflationsfördernder Effekte höherer Energiekosten später in diesem Jahr eine Zinserhöhung erforderlich sein könnte. Der US-Dollar-Index (DXY) lag nahe 101,36 und damit dicht an einem Einjahreshoch.
Inflationsdaten halten die Zinserwartungen hoch: Der US-VPI stieg im Mai auf 4,2% und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie das Fed-Ziel von 2%; der Fokus richtet sich nun auf die PCE-Veröffentlichung am Donnerstag. Volkswirte erwarten für die Kern-PCE-Inflation im Mai 3,4% gegenüber Vorjahr nach 3,3% im April; ein stärkerer Wert könnte die Erwartungen für eine Anhebung im September untermauern. Der Markt preist laut CME FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von rund 70% ein. Separat blieb die Unsicherheit über die US-Iran-Verhandlungen bestehen, nachdem Donald Trump gesagt hatte, Iran habe Nuklearinspektionen akzeptiert – eine Behauptung, die Teheran zurückwies. Das stützte die Safe-Haven-Nachfrage nach dem Dollar.
Divergenz der Zentralbankpolitik und USD/CHF-Ausblick
Angesichts der anhaltenden Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken sehen wir einen klaren Trend, der durch auseinanderlaufende Zentralbankpolitiken getrieben wird. Der restriktive Ton der Federal Reserve ist ein Haupttreiber, und wir sollten uns auf eine anhaltende Dollarstärke einstellen. Der US-Dollar-Index handelt in der Nähe von Niveaus, die seit Mai 2025 nicht mehr erreicht wurden, was dieses breite Momentum bestätigt.
Der nächste wichtige Katalysator ist der Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag. Da die jüngsten US-Kerninflationsdaten bei 2,8% verharren und damit deutlich über dem Fed-Ziel von 2% liegen, würde ein starker PCE-Wert die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung bekräftigen. Das CME FedWatch Tool preist bereits eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine straffe Geldpolitik bis zum Jahresende ein, was unsere Einschätzung stützt.
Dem steht die Lage in der Schweiz deutlich gegenüber, wo die Inflation wesentlich gedämpfter ist und zuletzt bei nur 1,4% lag. Das ermöglichte es der Schweizerischen Nationalbank, ihren Leitzins Anfang dieses Monats zu senken und damit zu den ersten großen Zentralbanken zu gehören, die lockern. Diese wachsende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Schweiz ist ein kräftiger Rückenwind für einen höheren USD/CHF.
Derivate-Strategien und geopolitische Unterstützung für den Dollar
Für Derivatehändler halten wir den Kauf von USD/CHF-Call-Optionen in den kommenden Wochen für die naheliegendste Strategie. Damit lässt sich direkt am Aufwärtspotenzial partizipieren, während das Abwärtsrisiko begrenzt bleibt, falls der Trend unerwartet dreht. Auch das Verkaufen von Out-of-the-Money-Puts oder Put-Spreads kann eine effektive Möglichkeit sein, Prämien zu vereinnahmen – im Einklang mit der Annahme, dass Unterstützungsniveaus halten.
Ein ähnliches Muster war Ende 2022 zu beobachten, als aggressivere Fed-Zinsschritte den Dollar gegenüber Währungen mit dovisheren Zentralbanken nach oben trieben. Historisch können solche Phasen geldpolitischer Divergenz nachhaltige Trends erzeugen, die mehrere Monate anhalten. Daher könnten auch länger laufende Futures-Kontrakte in Betracht gezogen werden, um dem Trend zu folgen.
Schließlich sorgen die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin für einen Boden unter dem Safe-Haven-US-Dollar. Solange diese Risiken nicht nachlassen, dürfte jede vorübergehende Dollar-Schwäche auf Kaufinteresse treffen. Diese grundlegende Unterstützung stärkt die Argumente für eine weiterhin bullishe Dollar-Einschätzung.
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